Unterhaltsanspruch des Geschiedenen bei neuer Partnerschaft des Verpflichteten

Vorrangig bleibt auch bei Wiederheirat der Unterhalt für gemeinsame Kinder. Dieser muss sichergestellt werden.

Wer nach einer Scheidung erneut geheiratet, verliert den Unterhaltsanspruch gegenüber dem Ex-Ehegatten.
Auch die Aufnahme einer neuen Lebenspartnerschaft (ohne Heirat) kann zum Verlust des Unterhaltsanspruches führen, wenn sich die Partnerschaft „verfestigt“ hat.

Ob eine „Verfestigung“ angenommen wird ist im Einzelfall zu bewerten und richtet sich zum Beispiel nach der Dauer der Bindung, Führung eines gemeinsamen Haushaltes und der Größe gemeinsamer Investitionen.

Heiratet der Unterhaltspflichtige braucht die Berechtigte, die Einwendung, Unterhalt werde nicht mehr gezahlt, da er nun die neue Ehefrau zu unterhalten sei. nicht hinzunehmen, wenn die Berechtigte gemeinsame Kinder betreut und aus diesem Grund der Unterhaltsanspruch besteht oder wenn nach einer besonders langen Ehezeit wegen der Ehe der eigene Beruf aufgegeben wurde und deshalb keinen neuen Arbeitsplatz zu finden vermag.

Eine Herabsetzung des Unterhalts des Berechtigten könnte jedoch in Betracht kommen, wenn in der neuen Ehe Kinder geboren werden, die von der neuen Ehefrau betreut werden.

Eine Herabsetzung ist außerdem möglich, wenn der Unterhalt nicht aus den vorstehenden Gründen bezahlt wird und der aktuelle Ehepartner ebenfalls auf den Unterhalt angewiesen ist.

Sie haben Fragen zum Unterhalt, ich stehe Ihnen gern zur Verfügung.