Fitnessstudio – Vertrag und -Kündigung

er einen Vertrag abschließt, muss sich darüber bewusst sein:

Ist der Vertrag erst einmal unterschrieben, wird es schwierig, wieder rauszukommen.
Deshalb sollte man den Vertrag genau studieren.

Sind Sie mit einer Klausel nicht einverstanden, so bitten Sie um eine Streichung der jeweiligen Regelung. Ist der Betreiber des Sportclubs damit einverstanden, so ist selbst ein vorgedruckter Formularvertrag abänderbar. Eine derartige Vertragsänderung aus Kulanz ist selbst nach der Unterzeichnung noch möglich. Verträge können jederzeit abgeändert werden, wenn beide Vertragsparteien damit einverstanden sind.
Alle Änderungen sollten Sie schriftlich machen. Datum und Unterschrift beider Vertragspartner nicht vergessen-bei jeder Streichung.

Im Anschluss erfahren Sie, auf welche Punkte besonders zu achten und wann eine außerordentliche Kündigung möglich ist:

Kündigung:

Wenn Sie den Vertrag mit Ihrem Fitnessclub beenden möchten, sollten Sie das schriftlich per Einschreiben mit Rückschein oder zumindest per Einwurfeinschreiben (hier müssen Sie die Zustellung aus dem Internet ausdrucken) vornehmen. Sie brauchen für den Nachweis der Fristwahrung ein verlässliches Dokument.

Bei einer ordentlichen Kündigung sind die vorgegebenen Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen zu beachten. Diese sollte Sie bereits bei Vertragsbeginn genau prüfen und beachten und gegebenenfalls notieren. Die Dokumente sind gut aufzubewahren.

Sollten die allgemeinen Geschäftsbedingungen (zum Beispiel die Kündigungsregelung) des Fitnessclubs gegen geltendes Recht verstoßen, so ist der entsprechende Vertragsbestandteil unwirksam. Es gilt dann die gesetzliche Kündigungsfrist und der Vertrag ist mit einer Frist von ein bis drei Monaten (je nach Qualifizierung des Vertragstyps) kündbar. Zu meist ist der Vertrag in diesem Fall mit einer Frist von einem Monat kündbar.

In bestimmten Fällen („wichtiger Grund“) können Sie Ihren Fitnessstudio-Vertrag mit sofortiger Wirkung im Rahmen eines Sonderkündigungsrechts kündigen (außerordentliche Kündigung). Ein Einhalten der normalen Kündigungsfristen ist dann nicht notwendig.

Außerordentliche Kündigungsgründe sind:

Ernsthafte dauerhafte Erkrankung
Wichtig: War Ihnen Ihre Erkrankung schon vor Abschluss des Fitnessstudio-Vertrags bekannt und haben Sie dennoch unterzeichnet und auch trainiert, so können Sie sich später nicht auf die Erkrankung als Kündigungsgrund berufen. Es sei denn, die Krankheit hat sich plötzlich erheblich verschlimmert und diese Verschlimmerung war für Sie zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht erkennbar.

Schwangerschaft

Die Frage, ob eine Schwangerschaft eine Sonderkündigung rechtfertigt, wird sehr unterschiedlich beurteilt. Zumeist wird der Vertrag ruhend gestellt. Das heißt, für die Dauer der Schwangerschaft müssen Sie keine Mitgliedsbeiträge bezahlen, die kostenlosen Monate werden jedoch an das Ende der Vertragslaufzeit angefügt. Diese verlängert sich dann dementsprechend.

Umzug des Studios / Umzug des Kunden – Erreichbarkeit des Studios wichtig
Grundsätzlich gilt, dass Sie dann kündigen können, wenn Sie durch den Umzug keine Möglichkeit mehr haben, den Sportclub zu nutzen. Handelt es sich aber um eine Fitnesskette die in vielen deutschen Städten Sportstudios betreibt, und besteht die Möglichkeit, dass Sie an Ihrem neuen Wohnort ein dortiges Studio aufsuchen können, so ist keine Sonderkündigung möglich. Ihr Fitnesscenter darf Sie auf eine Nutzung in der neuen Stadt verweisen.

Änderung der Öffnungszeiten / Änderung in der Geräteausstattung oder im Kursangebot, wenn das vorher vertraglich festgelegt wurde / Änderung des Preises
Zunächst müssen Sie das Fitnessstudio schriftlich, am besten per Einschreiben mit Rückschein, auffordern, die ursprünglichen Bedingungen wieder herzustellen. Hierbei können Sie auch gleich die Kündigung des Vertrages bei Nichtänderung anzeigen. Setzen Sie eine Frist (ca. drei Wochen-Datumsangabe). Erst wenn die Öffnungszeiten nicht in den Ursprung gesetzt werden, können Sie eine sofortige außerordentliche Sonderkündigung Ihres Fitness-Vertrags aussprechen.

Pflichtverletzungen / Fortsetzung unzumutbar
Wenn das Fitnessstudio eine so schwere Pflichtverletzung begangen hat, dass man als Mitglied unmöglich weiter am Vertrag festhalten kann (das Vertrauen verloren ist), besteht eine Sonderkündigungsrecht. Hier kann sogar ohne eine vorherige Abänderungsaufforderung gekündigt werden.
Beispielfälle: trotz entsprechenden schriftlichen Hinweis mehrmals unberechtigter Geldeinzug, Vernachlässigung der Wartung der Trainingsgeräte führt zu Sicherheitsrisiko, massives Fehlverhalten des Personals.

Mögliche Laufzeiten:

Inzwischen haben die Gerichte Laufzeiten von zwölf Monaten anerkannt. Außerdem ist es möglich eine Anfangslaufzeit von 24 Monaten zu vereinbaren, welche sich maximal um 1 Jahr verlängern darf. Diese Regelung ist als allgemeine Geschäftsbedingung ( AGB ) rechtlich zulässig.

Die Vereinbarung einer kürzeren Laufzeit ist Verhandlungssache. Die abweichende Regelung sollte jedoch unbedingt schriftlich mit dem Chef des Unternehmens ( Betreiber des Studios ) vereinbart / festgehalten werden.

Haftung des Sportstudios

Eine Haftung des Studios bei Diebstahl oder bei Verletzungen ist in bestimmten Fällen möglich, jedoch grundsätzlich durch große Schilder in der Umkleidekabine oder im Trainingsbereich ausgeschlossen. Ganz ausschließen kann ein Fitnessstudio seine Haftung dennoch nicht. Trotz derartiger Schilder haftet Ihr Fitnessclub dann, wenn grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz (zum Beispiel: nicht ordnungsgemäß gewartete Fitnessgeräte, kein ausreichender Diebstahlsschutz der Kabinen) gegebenen sind.
Abschließend der Rat, keine oder nur eine geringe Vorkasse zu leisten. Im Falle der Studioschließung besteht das Verlustrisiko / Insolvenzrisiko.