Sicherungsschein auch bei Betrug gültig

Die Versicherung des Veranstalters, welche den Reisesicherungsschein ausgestellt hat, muss auch dann Reisepreise rückerstatten oder Rückreisen sicherstellen, wenn der Veranstalter wegen Betrugs zahlungsunfähig wurde.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) (Urteil des Gerichtshofs vom 16. Februar 2012 – Rechtssache C-134/11) hat die Schutzrechte von Reisenden bei Insolvenz des Veranstalters gestärkt.


Die Schutzfunktion des Reisesicherungsscheins, den die Veranstalter ihren Kunden bei Buchung auszuhändigen haben, so das Gericht unabhängig von den Ursachen der Zahlungsunfähigkeit des Reiseveranstalters.

Ein Reisender hatte gegen den Reiseversicherer geklagt. Dieser hatte sich geweigert, dem Kläger und dessen Ehefrau den Preis für seine Pauschalreise zu erstatten, die wegen der Insolvenz des Reiseveranstalters, nicht stattfand.
Der Veranstalter hatte nach den Feststellungen des Gerichts niemals die Absicht, die Reise tatsächlich zu veranstalten.