Fahrgastrechte für Schiffsreisende

Die Verordnung (EU) Nr. 1177/2010 vom 24. November 2010 über die Fahrgastrechte im See- und Binnenschiffsverkehr ist am 18. Dezember 2012 in Kraft getreten.

Hiermit werden Fahrgastrechte für Passagiere auf Schiffen aus der EU, bzw. Schiffen, die EU-Gewässer durchfahren, festgeschrieben.

Die vom EU-Parlament beschlossenen Regelungen lehnen sich an die Fluggastrechte an.

Wird die Abfahrt um mehr als 90 Minuten verzögert oder annulliert, besteht ein Anspruch auf eine anderweitige Beförderung, um schneller an ihr Reiseziel zu gelangen oder auf Erstattung des Fahrpreises bei Nichtantritt der Reise. Es sei denn, der Beförderer kann nachweisen, dass die Verspätung durch Wetterbedingungen oder außergewöhnliche Umstände verursacht wurde. Den Fahrgästen sind außerdem, wenn möglich, kostenlos Imbisse, Mahlzeiten oder Erfrischungen anzubieten.

Des Weiteren und unabhängig davon, ob die Fahrgäste sich für oder gegen den Antritt der Reise entscheiden, beträgt die Entschädigung mindestens 25% des Fahrpreises bei:

  • Reisen, die auf bis zu 4 Stunden Dauer angesetzt wurden und bei Ankunft mindestens eine Stunde
  • Reisen, die auf 4 bis 8 Stunden Dauer angesetzt wurden und bei Ankunft mindestens zwei Stunden
  • Reisen, die auf 8 bis 24 Stunden Dauer angesetzt wurden und bei Ankunft mindestens drei Stunden
  • Reisen, die auf über 24 Stunden Dauer angesetzt wurden und bei Ankunft mindestens sechs Stunden             Verspätung haben.

Sollte die Verspätung doppelt so hoch sein wie die hier festgesetzte Mindestzeit, beträgt die Entschädigung 50% des Fahrpreises.

Die Entschädigung muss auf Wunsch des Fahrgastes bar ausgezahlt werden. Mit Gutscheinen können die Schiffsreiseanbieter die Entschädigung nur vornehmen, wenn der Reisende einverstanden ist. Fahrgästen, die zu einem Aufenthalt von ein oder mehreren Nächten an ihrem Abfahrtsort gezwungen sind, werden die Kosten der Unterkunft in Höhe von maximal 80€ bei maximal drei Nächten erstattet.