Flug verpaßt- Zugverspätung (Rail & Fly-Tickets)

Entscheidung des BGH Az.: Xa ZR 46/10
Das Eisenbahnunternehmen kann zum Erfüllungsgehilfen des Reiseveranstalters werden, wenn
dieser den Transfer zum Flughafen per Zug in sein Gesamtleistungspaket aufgenommen hat.


Der Reiseveranstalter könnte sodann aus positiver Vertragsverletzung haften, wenn der Reisende infolge einer Zugverspätung seinen Flug zum Reiseziel nicht wahrnehmen kann.

Die dem Reiseveranstalter obliegenden Pflichten ergeben sich aus den angebotenen Leistungen, welche sich aus der Buchungsbestätigung einerseits und dem Reiseprospekt andererseits ergeben. Für die Abgrenzung zu solchen Leistungen, die der Reiseveranstalter nicht in eigener Verantwortung, sondern nur als Vermittler anbietet, kommt es auf die Beurteilung des Verhaltens durch einen durchschnittlichen Reisenden an.

Ist aus der Buchungsbestätigung und Prospekt klar zu erkennen, dass der Zug zum Flug Bestandteil des gebuchten Servicepaketes werden soll, kommt eine Haftung des Veranstalters für Verspätungen in Betracht.

War für den Reisenden nicht erkennbar, dass der Zug zum Flug eine andere Qualität haben soll als z.B. der Hoteltransfer, weil dieser z.B. optisch und inhaltlich vergleichbar mit dem Angebot „Zug zum Flug“ aufgelistet war und tritt der Reisende mit der Deutschen Bahn zum Erwerb eines Tickets nicht in Kontakt und schließt mit dieser zwecks Durchführung des Transfers zum Flughafen auch keinen Vertrag ab, sondern nutzt vielmehr das zur Verfügung gestellte Rail & Fly-Ticket für die Fahrt mit dem Zug kommt die Haftung des Veranstalters in Betracht.

Eines grundsätzlich bei Mangelhaftigkeit erforderlichen Abhilfebegehrens bedarf es nicht, wenn eine Abhilfe durch den Reiseveranstalter rechtzeitig nicht erfolgen kann, um ein Erreichen des Fluges durch den Reisenden noch zu gewährleisten.