EU-Ausland kann schnelles Fahren teuer werden

Zuvor konnten deutsche Autofahrer nur an Ort und Stelle zur Zahlung gebeten werden. Künftig wird es möglich sein, Bußgelder aus anderen EU-Staaten in Deutschland einzutreiben.


Durch das Gesetz, welches im Rahmen des „EU-Rahmenbeschlusses zur grenzüberschreitenden Vollsteckung von Geldstrafen und –bußen“ am 1. Oktober 2010 in Kraft getreten ist, ist es auch möglich, dass Verstöße betroffen sind, die Jahre zurückliegen, denn es gilt das Datum, an dem die Ausländische Bußgeldbehörde den Bußgeldbescheid ausgegeben hat.

Zum Beispiel ist in Italien mit einer Ausstellungszeit von 360 Tagen und in Frankreich mit 2 Jahren zu rechnen.
Vollstreckt werden Verstöße ab einer Summe von 70 €. Punkte in Flensburg muss man aber nicht zu befürchten.
Es wird geraten das Bußgeld zügig zu zahlen respektive die Rechtmäßigkeit des Bescheides schnell zu klären, da ansonsten mit hohen Aufschlägen zu rechnen ist und notfalls der Gerichtsvollzieher die Summe vollstrecken kann.
Dieser kann aber nur vollstrecken, wenn die ausländischen Unterlagen über das Bußgeld in der Heimatsprache abgefasst wurden und der Fahrer der gleichzeitige Halter des Fahrzeuges ist.

Ein fristgerechter Einspruch bei der ausländischen Behörde verhindert so ein weiteres Verfahren.

Urlauber müssen aber dennoch mit einer hohen Geld- oder Haftstrafe rechnen, wenn sie Mahnungen missachten und wieder in das Urlaubsland einreisen.

Wird man von der Polizei an Ort und Stelle angehalten, so muss das Knöllchen direkt gezahlt werden, auf der Suche nach dem nächsten Bankautomaten behält die Polizei zur Sicherheit die Papiere. Ist kein Geld auf dem Konto wird das Fahrzeug stillgelegt bis die Rechnung beglichen ist.

Ab einem Promillewert von über 1,5 wird in Italien das Fahrzeug enteignet und versteigert, aber auch in anderen Ländern muss mit hohen Strafen gerechnet werden. Ich berate Sie gern.