eBAY-Kostenfalle bei vorzeitiger Beendigung der Auktion

ACHTUNG KOSTENFALLE  eBay-Auktion vorzeitig beenden?

Wer eine Sache bei eBay zum Verkauf anbietet kann grundsätzlich nicht einfach über die von eBay angebotene Option zur „vorzeitigen Beendigung eines Angebots“ sein Verkaufsangebot aus der Welt schaffen. Drei Klicks und das Angebot ist Vergangenheit? Mitnichten!

Unter Anderem hatte das OLG Oldenburg zu diesem Thema folgenden Fall zu entscheiden:
Der Beklagte stellte einen gebrauchten PKW zwecks Verkaufs bei eBay ein. Vor Angebotsende beendete er die Auktion vorzeitig unter Streichung aller bisherigen Gebote, wegen eines Öllecks am Fahrzeug. Der Kläger war zu diesem Zeitpunkt Höchstbietender mit einem Betrag von 4.500,50 €. Das Gericht sprach dem Kläger einen Anspruch auf Schadensersatz in Höhe von 2.499,50 €. (OLG Oldenburg 28.7.2005 – 8 U 93/05)

Dieser nicht unübliche Fall hat den Hintergrund, dass derjenige, der eine Sache bei eBay zum Verkauf anbietet, ein rechtswirksames Angebot auf Abschluss eines Kaufvertrages im Sinne des Zivilrechts abgibt. Benutzt der Anbieter – unabhängig von der Begründung – die Möglichkeit sein Angebot vorzeitig zu beenden und bereits abgegebene Gebote zu streichen, beendet eBay für Ihn die Auktion.
Dieser Vorgang hat jedoch keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit des zivilrechtlichen Angebots.

In den AGB von eBay heißt es:
„ Bei Ablauf der Auktion oder bei vorzeitiger Beendigung des Angebots durch den Anbieter kommt zwischen Anbieter und Höchstbietendem ein Vertrag über den Erwerb des Artikels zustande, es sei denn der Anbieter war gesetzlich dazu berechtigt das Angebot zurückzunehmen und die vorliegenden Gebote zu streichen.“

Die Internetplattform bestimmt also, dass auch bei vorzeitiger Beendigung ein Vertrag zwischen Anbieter und Höchstbietendem, mag das Gebot auch bei 1 € liegen, zustande kommt, außer das Zivilrecht, als maßgebliches Rechtsgebiet, gestattet dem Anbieter sich von seinem Angebot zu lösen.
Die gesetzliche Möglichkeit, die verbleibt um sich von einem wirksamen Angebot zu lösen, ist das Instrument der Anfechtung gem. §§119 ff. BGB. Die Anfechtung setzt allerdings einen Anfechtungsgrund voraus. Des Weiteren muss die Anfechtung unverzüglich (ohne schuldhaftes zögern) gegenüber dem Anfechtungsgegner unter Nennung der Gründe erklärt werden.
Im Falle einer vorzeitigen Beendigung des Angebots unter Streichung der bisherigen Gebote ist dem Anbieter also zu raten sich sofort an den Höchstbietenden zu wenden und diesem begründet zu erklären, dass man das Angebot zurückzieht.
Diese Vorgehensweise verspricht Ihnen allerdings nicht in jedem Fall Aussicht auf Erfolg, da einerseits nicht jeder Irrtum (z.B. unwesentliche fälschliche Angaben über den Artikel) einen
Anfechtungsgrund darstellt und andererseits das Risiko besteht dem Bieter den Schaden ersetzen zu müssen, den er erleidet, dass er auf Ihr Angebot vertraut hat.